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DIY: Biothane-Zügel selbermachen

Biothane-Zügel lassen sich ganz einfach selbermachen. Wie das geht und was du dafür brauchst, erfährst du in diesem Beitrag.

Als mein Pony noch wesentlich jünger war und seine erste Trense bekommen sollte, habe ich das erste Mal mit Biothane gearbeitet. Ich wollte gerne eine rot-schwarze Trense haben. Aber alle, die ich gefunden habe, waren mir zu teuer – damals war ich noch Studentin und hatte nicht viel Geld. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen, die Trense mit passenden (roten 🙂 ) Zügeln aus Biothane selbst zu machen.

Nach der Trense kamen Langzügel an die Reihe. Und als ich jetzt auf der Suche nach neuen Zügeln ohne Snaps war, habe ich diese ebenfalls selbstgemacht.

Bisher habe ich immer Zügel mit Snaps gehabt. Diese sind nämlich super praktisch, da sie ganz schnell ins Gebiss gehängt werden können. Ich hatte immer so tolle, bunte gummierte Gurtzügel – die typischen Isi-Zügel. Meine waren jedoch eine Sonderanfertigung, weil mir die Standardzügel mit 250 cm Länge zu kurz waren. Doch in der letzten Zeit haben mich die Snaps gestört, da sie ein wenig am Gebiss „klackern“. Ich denke, dass Zügel ohne Snaps viel ruhiger und somit angenehmer für das Pferdemaul sind.

Was ist Biothane?

Biothane ist ein Polyestergewebe mit einer Polymerschutzschicht, das sehr belastbar ist. Biothane ist ein eingetragenes US-Patent und wird von der BioPlastics Company hergestellt. Man findet das Material sehr viel im Reit- und Hundesport, weil es extrem reißfest ist (ca. 180 kg/m²), nicht schimmelt und super leicht zu reinigen ist. Vor allem Distanzreiter nutzen Biothane, weil sie so widerstandsfähig ist. Auch Hundeleinen, Zügel und Longen werden aus dem Material gefertigt.

Biothane ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. So gibt es Beta-Biothane, Grippy-Biothane, Beta-Biothane rund,

Für meine Langzügel habe ich Beta-Biothane mit 16 mm Breite gewählt. Beta-Biothane ist in verschiedenen Breiten und ganz vielen Farben erhältlich. Meine Langzügel zum Beispiel sind lila, die Trense damals war schwarz und rot. In der Regel ist Beta-Biothane 2,5 mm dick.

Für meine jetzigen Zügel habe ich Grippy-Biothane mit 12 mm Breite gewählt. Sie ist ein wenig gummiartig und weicher und griffiger als die normale Biothane. Ich habe diese Biothane gewählt, weil ich bekennender ohne-Handschuh-Reiter bin und Zügel brauche, die mir auch bei Regenwetter guten Halt geben.

DIY-Biothane-Zügel: Das brauchst du

Biothane ist als Meterware erhältlich. Viele Shops bieten gleich auch Snaps, Schnallen und Schrauben an, die du, je nach Geschmack, in Silber oder Messing gleich mitbestellen kannst.

Für meine einfachen schwarzen Zügel habe ich folgendes bestellt:

  • 3 m Biothane (Die Länge variiert je nach Größe des Pferdes. Mir sind die Isi-Standardzügel mit 2,50 m-Länge zu kurz, 3 m finde ich optimal. Meine Langzügel sind natürlich wesentlich länger. Ob du Beta-Biothane oder Grippy-Biothane verwendest, ist Geschmackssache.)
  • 2 Schiffchenschnallen
  • 2 flache Schlaufen
  • 1 Lochzange

Wenn du deine Zügel mit Snaps oder Karabinern befestigen möchtest, brauchst du neben der Biothane und der Lochzange noch folgendes:

  • 2- 4 Buchschrauben (achte unbedingt darauf, dass sie so lang sind, dass du zwei übereinander liegende Biothanestücke verbinden kannst. Sie müssen also bei Beta-Biothane rund 5 mm lang sein)
  • 2 Karabiner oder Federhaken
  • evtl. 2 flache Schlaufen

Und so geht’s:

Meine Zügel sind in 5 Minuten fertig gewesen.

Du musst einfach an beiden Enden nach etwa 4 cm und dann noch einmal 8 – 10 cm später ein Loch machen. Dann fädelst du auf jeder Seite zunächst die Schiffchenschnalle auf und anschließend die flache Schlaufe.

Am Ende ziehst du das den Zügel durch den Gebissring, schiebst das Ende durch die flache Schlaufe und befestigst den Zügel mit der Schiffchenschnalle.

Fertig. 🙂

So sehen die Zügel aus:

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Wenn du lieber Zügel mit Snaps oder Federhaken basteln möchtest, ist die Vorgehensweise ganz ähnlich. Je nachdem, ob du ein oder zwei Buchschrauben verwenden möchtest (ich habe immer nur eine Schraube genutzt) machst du deine Löcher genauso wie bei der Variante mit Schiffchenschraube. Dann fädelst du die Biothane-Enden nicht durch den Gebissring, sondern durch die Snaps oder die Federhaken, legst Loch auf Loch, schiebst die Buchschraube durch und drehst sie fest.

Fertig.

Kleiner Tipp: Ich hatte bei meinen ersten Zügeln das Problem, dass die Schraube aufgegangen ist. Deswegen habe ich sie einfach vor dem Zusammenschreiben mit Sekundenkleber bestrichen. Danach tauchte das Problem nie wieder auf.

Gurtzügel selbermachen

Das gleiche DIY-Prinzip kannst du nicht nur für Biothane nutzen, sondern auch für andere Materialien. Ich habe zum Beispiel neben den neuen Biothane-Zügeln auch gummierte Gurtzügel gebastelt – ich reite damit sehr gerne und es gibt dieses Material ebenfalls als Meterware und in vielen bunten Farben.

Für diese Zügel habe ich jedoch keine Schiffenschnallen, sondern ganz normale verwendet. Diese sind natürlich auch für Biothane-Zügel geeignet. Der Vorteil: Du musst nur ein Loch machen.

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Hast auch du schon mal Zügel selbstgemacht? Welches Material hast du genutzt? Und hast du einen Trick, den du mir für den nächsten Basteltag mit auf den Weg geben kannst? Hier findest du noch mehr zum Thema Pferdesachen selbermachen!

Viele Grüße!

Karo von Pferdefreunde

 

 

 

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7 thoughts on “DIY: Biothane-Zügel selbermachen”

  1. Hallo, wie genau hast du denn die Schnalle bei den Gurtzügeln festgemacht? Mir fehlt da grade das Vorstellungsvermögen, und ich finde sonst auch nirgendwo was dazu :'(

    1. Liebe Alexandra,
      ich hoffe, dass ich dich richtig verstehe: Du machst mit dem Ende eine „Schlaufe“ in der Größe, die du am Ende für die Zügel/Gebissringe haben willst und machst dann einfach zwei Löcher in die Biothane. Ein Loch ist sozusagen der erste Orientierungspunkt, dann legst du die Schlaufe und dann machst du an der Stelle, wo das erste Loch ist, noch eins. Dann fädelst du die Schnalle erst bis zum ersten Loch, legst dann die Schlaufe und fädelst das Ende dann wieder durch die Schnalle zurück.
      War das einigermaßen verständlich?
      Viele Grüße!
      Karo

    1. Hallo Kathy,
      nee, da reißt nix ein. 🙂 Ich hab aber auch nichts festgebrannt. Theoretisch kann man Ösen in die Löcher machen, dann sind sie noch schöner. Die entsprechende Zange hatte ich aber nicht. Jetzt hab ich sie, vielleicht hol ich das nochmal nach. 🙂
      Viele Grüße
      Karo

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