Sattelpflege Produkte

Die richtige Sattelpflege: Darauf solltest du achten*

Die richtige Sattelpflege ist wichtig, schließlich stellt poröses Leder ein echtes Risiko dar. Doch die richtige Pflege wirft auch immer wieder Fragen auf. Darf ich mein Lederzeug einölen? Wie oft muss ich meine Lederausrüstung putzen, damit sie so lange wie möglich hält? Und was hilft bei Schimmel?

Hand aufs Herz: Wie oft putzt du Sattel und Trense, Kappzaum und Longiert? Ich muss gestehen, dass ich zwar viel Wert auf die Pflege meines (noch recht neuen) Sattels lege und ihn oft putze und regelmäßig einfette, dass der Rest aber eher vernachlässigt wird. Meinen Sattel wische ich nach jedem Ritt auf einem eher nassen Reitplatz oder über nasse und matschige Waldwege sauber und trocken. Hierzu habe ich immer ein Handtuch in der Sattelkammer liegen. Gleiches mache ich mit meinem Sattelgurt.

Die Trense (die mir lediglich aus einem Genickstück besteht) und der Kappzaum werden von mir jedoch ein wenig vernachlässigt. Selbstverständlich wasche ich nach dem Reiten das Gebiss ab, aber mehr als ein- maximal zweimal im Jahr haben weder Trense noch Kappzaum intensive Pflege erhalten. Ich wische sie zwar trocken, wenn sie nass sind, doch richtig oft putze und fette ich sie nicht. Doch ich habe mir fest vorgenommen, dies zu ändern! Ich habe nämlich ein neues Lieblingsreinigungs- und pflegemittel, das für Trensen perfekt ist und das ich dir später noch näher vorstellen werde.

Warum ist die richtige Sattelpflege so wichtig?

Wenn du deine Lederprodukte regelmäßig pflegst, hast du wesentlich länger was von ihnen, als wenn du die Sattelpflege total vernachlässigst. Außerdem ist ungepflegtes, brüchiges Leder ein echtes Risiko und sollte deswegen unbedingt vermieden werden! Außerdem sorgst du mit der richtigen Pflege dafür, dass die Ausrüstung deines Pferdes weich bleibt und sich der Wertverlust deines Sattel in Grenzen hält – letzteres klingt erst mal weniger wichtig, wenn du deinen Sattel aber doch mal verkaufen musst, weil er nicht (mehr) richtig passt oder sich deine Figur verändert hat und du auf eine größere oder kleinere Sitzfläche wechseln möchtest, ist dies plötzlich ein wichtiger Punkt. Einen top gepflegten Sattel wirst du viel besser verkaufen können, als einen, der noch nie Sattelseife und Lederfett gesehen hat.

Deine Ausrüstung kommt ständig mit dem Schweiß deines Pferdes in Kontakt. Die darin enthaltenen Körpersalze dringen in das Leder ein und greifen es an. Im blödesten Fall kann dies zu Bruchstellen im Leder führen. (Ich selbst reite deswegen auch immer mit einer Satteldecke. Diese nimmt einen Großteil des Schweißes auf und schützt den Sattel. Außerdem glaube ich, dass es für das Pferd angenehmer ist, zwischen dem (harten) Leder und dem Fell noch eine Satteldecke zu haben. Wie du Satteldecken und Schabracken richtig reinigst, erfährst du übrigens hier.) Und wenn dein Sattel mit Matsch oder Staub bedeckt ist, dann haben diese Schmutzpartikel den Effekt von Schmirgelpapier. Mein Tipp hier: Nutze einen Sattelschoner, wenn dein Sattel in der Sattelkammer hängt. So vermeidest du nicht nur überflüssige Kratzer, sondern du verhinderst auch, dass sich Staub auf dem Sattel sammelt.

Ein weiterer Punkt, der für eine regelmäßige Sattelpflege spricht, ist die Sattelkammer. Vor allem wenn deine Sattelkammer im Winter nicht so richtig trocken ist, beginnen Lederprodukte gerne zu schimmeln. Ledersättel mögen ein Klima mit 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 15 bis 18 Grad Celsius. Da dies die wenigsten Sattelkammern bieten, solltest du spätestens die Zeit nach dem Winter nutzen, um deine Sachen ordentlich zu reinigen. Denn solange der Schimmel nur oberflächig vorhanden ist, bekommst du dein Sattelzeug in der Regel wieder frisch.

Wie oft sollte ich meinen Sattel putzen?

Diese Frage lässt sich nicht so pauschal beantworten, denn der Reinigungs- und Pflegebedarf ist abhängig davon, wie oft du deinen Sattel benutzt. Täglich? Dann solltest du schon darauf achten, dass du jede Woche zumindest den gröbsten Schmutz entfernst und vielleicht einmal im Monat ein wenig Fett benutzt. Wird dein Sattel nur ein- oder zweimal benutzt, brauchst du ihn nicht ganz so oft reinigen.

Welches Pflegemittel soll ich für meinen Sattel benutzen?

Die Auswahl an passenden Pflegeprodukten für dein Sattelzeug ist groß und je mehr Leute du fragst, desto mehr Meinungen bekommst du. Bei den vielen Informationen, die du findest, solltest du immer bedenken, dass nicht jedes Leder die gleiche Pflege braucht. Das, was für Glattleder gut ist, ist für Wildleder gar nicht gut. Und für einen Wintec-Sattel brauchst du ganz andere Pflegeprodukte. Deswegen solltest du darauf achten, aus welchem Leder deine Sachen bestehen. Außerdem würde ich immer auch die Empfehlungen des Sattelherstellers berücksichtigen.

Essigessenz bei Schimmel

Bei schimmeligem Leder hat sich Essigessenz bewährt, weil diese einen niedrigen pH-Wert besitzt, den der Schimmel nicht mag. Hier kannst du einfach ein paar Spritzer Essigessenz in einen Eimer mit warmem Wasser geben und damit dann den Schimmel abwischen. Am besten reinigst du damit nicht nur die sichtbar verschimmelten Stellen – viele Schimmelsporen lassen sich nämlich mit dem Auge nicht erkennen. Den Lappen, den du hierfür benutzt, solltest du anschließend entsorgen, um die Schimmelsporen nicht noch auf anderes Sattelzeug zu übertragen. Anschließend musst du das Lederzeug gut durchtrocknen lassen.

Wichtig: Essigessenz sollte von dir keinesfalls als dauerhaftes Reinigungsmittel für deine Ledersachen genutzt werden, weil es das Leder dann brüchig machen kann.

Sattelseife für die Reinigung

Für die ganz normale Reinigung empfiehlt es sich auf Sattelseife zurückzugreifen. Hier gibt es verschiedene Produkte, einige werden wie Reinigungsmittel mit Wasser vermischt, andere können direkt aufgetragen werden. Der Nachteil an Sattelseife, die in Wasser gegeben wird, ist, dass zu viel Wasser das Leder austrocknen lässt.

Es gibt aber auch Sattelseifen, die direkt auf das Leder aufgetragen werden können, was vor allem für den Winter sehr praktisch ist. Wichtig hierbei ist aber, dass der Schwamm, mit dem du die Sattelseife aufträgst, nicht zu schmutzig wird. Denn die Schmutzpartikel können sonst wie Schmirgelpapier wirken und das Leder zerkratzen. Deswegen den Schwamm zwischendurch ruhig immer wieder mit klarem Wasser auswaschen.

Schimmelt dein Lederzeug, solltest du auf Sattelseife lieber verzichten und stattdessen zunächst auf Essig zurückgreifen, um die Schimmelsporen effektiv zu beseitigen.

Lederreiniger – die schnelle All-in-One-Lösung

Mittlerweile gibt es auch spezielle Reinigungsmittel für Leder, die du einfach aufsprühen und abwischen kannst. Diese sind meiner Meinung nach vor allem für kleinere Sachen wie Trensen und Kappzäume oder die kurze Pflege nach einem Ritt super geeignet. Der Vorteil dieser All-in-One-Lösung ist, dass sie super schnell und unkompliziert genutzt werden kann.

Lederöl

Lederöl wird nicht von jedem Sattler empfohlen, denn zu viel Fett kann dazu führen, dass das Leder aufquillt und sich dehnt. Gut dosiert kannst du es aber ruhig nutzen. Vor allem trockenes Lederzeug wird sich darüber freuen. Wichtig ist, dass du es sparsam verwendest und nach einer kurzen Einwirkzeit mit einem weichen Tuch gut ab- bzw. einreibst.

Lederfett

Alternativ zu Lederöl kannst du auch Lederfett benutzen. Auch dieses wird mit einem trockenen und weichen Tuch aufgetragen und nach kurzer Einwirkzeit ab- bzw. eingerieben.

Lederbalsam

Alternativ zu Lederöl und Lederfett kannst du auch ein spezielles Lederbalsam benutzen.

Mein Produkttipp für deine Sattelpflege

Meine neuen Lieblingsprodukte bei der Sattelpflege (wenn du auf das Bild klickst, kommst du zum Pferdepflege-Shop)

Seit einiger Zeit benutze ich für meine Sattelpflege die Produkte von Monika Schumacher, die ich dir hier vorstellen und empfehlen möchte. Monika hat eigene Pflegeprodukte rein auf Pflanzenbasis entwickelt, die sie in ihrem etsy-Shop vertreibt. Vor einiger Zeit hat sie mir ein Reinigungspaket mit Sattelseife, Lederreiniger und Lederöl zugeschickt, damit ich ihre Produkte kennenlernen und testen kann.

Alle drei Produkte sind für Glattleder und damit für Sattel, Trense, Kappzaum, Longiergurt, Reitstiefel und vieles mehr geeignet. Was mich neben der Tatsache, dass sie aus natürlichen Bestandteilen und rein pflanzlich sind, am meisten begeistert hat, war der Geruch: Die Sattelseife und das Reinigungsmittel riechen leicht zitronig und verbreiten einen richtig frischen Duft. Ich selbst mag den Geruch von klassischem Lederfett beispielsweise überhaupt nicht. Die Produkte von Monika rieche ich aber wirklich gern.

Die Sattelseife kann direkt auf das Leder aufgetragen werden, was die Reinigung in meinen Augen wirklich vereinfacht und auch noch Zeit spart.

Mein Lieblingsprodukt, das ich dir an dieser Stelle auch sehr ans Herz legen möchte, ist definitiv der Lederreiniger. Dieser kann einfach aufgesprüht und abgewischt werden. Das finde ich für Trense und Kappzaum super praktisch – denn sowohl meine Trense als auch mein Kappzaum haben bereits sehr davon profitiert. 🙂

Natürlich hat mich interessiert, wie Monika Schumacher auf die Idee kam, ihre eigenen Sattelpflegeprodukte herzustellen, und habe sie danach gefragt.

 „Das Lederöl ist das erste Produkt, das ich nach eigener Rezeptur selbst hergestellt und zur Weihnachtszeit an meinem Stall verschenkt habe. Ich habe es in kleine Fläschchen gefüllt, mit einer roten Schleife und einem Etikett versehen und einigen Stallkollegen überreicht. Das Echo war sehr positiv.

Da ich auch Huföl selbst herstellte für meinen Fuchswallach Felix (die Geschichte kann man auf Englisch im etsy-shop lesen), gab ich es ebenfalls als Geschenk weiter. Alle freuten sich darüber und sagten, ich sollte es doch für mehr Reiter und Pferde zur Verfügung stellen. Rezepte dafür wollte keiner haben, da wegen Beruf keine Zeit für so etwas war.

Chemikalien, Farb- und Konservierungsstoffe sowie tierische Inhaltsstoffe lasse ich konsequent weg. Ich weiß nicht, ob es für Käufer eine Rolle spielt, für mich tut es das!

Zufällig stieß ich im Internet auf etsy, wo ich alles fand, was ich für einen Launch brauchte. Meine Schwester designte die Etiketten und so richtete ich 2016 gemütlich meinen Online-Shop ein. Daneben kreierte ich neue Produkte wie das Fliegengel fürs Gesicht und die Sattelseife.“

Den Shop von Monika findest du hier und wie sie schon sagt: Neben ihren Pflegeprodukten für Sattel und Co. findest du dort auch selbstgemachte Pflegeprodukte für dein Pferd, beispielsweise ein Fell- und Mähnenglanzspray mit Kokosöl, Hamamelis und Aloe Vera, das nicht nur die Kämmbarkeit von Mähne und Schweif verbessert, sondern auch Stichen von Mücken und Grasmilben und damit lästigem Juckreiz entgegenwirkt.

Wie pflegst du deinen Sattel? Verrate es mir doch in einem Kommentar!

Viele Grüße und bis bald

 

 

* Dieser Beitrag enthält Werbung, denn er entstand in Kooperation mit Monika Schumacher und ihrem Shop Pferdepflege. Dennoch gibt er meine eigene Meinung wieder.

Kleines Update: Monikas Lederpflege bekommst du mittlerweile auch im Onlineshop von Procavallo.

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4 thoughts on “Die richtige Sattelpflege: Darauf solltest du achten*”

  1. Statt Essigessenz kann man auch effektive Mikroorganismen ins Wasser tun bzw. direkt mit auf den Schwamm der
    Sattelseife. Pflegt das Leder mit und verhindert Schimmel.

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