Knabberäste für Pferde

Knabberäste für Pferde: Welche Bäume und Sträucher sind erlaubt?

Knabberäste für Pferde sind eine tolle Abwechslung für den Offenstall dar. Aber welche Bäume und Sträucher sind überhaupt erlaubt?

Auf unserem Paddock steht ein Apfelbaum und neulich hat eines unserer Pferde herausgefunden, dass es ganz schön ist, daran zu knabbern. Klar, dass die anderen Pferde dabei nicht nur zusehen, sondern mitmachen wollten. Wir Pferdebesitzer fanden das nicht so toll. Deswegen haben wir den Baum so gut es geht geschützt und unseren Pferden Knabberäste besorgt, die sie gerne angenommen haben.

Erhöhter Bedarf an faserhaltigem Futter

Während des Winters und zu Beginn des Frühlings wächst bei Pferden der Bedarf an faserhaltigem Futter wie Rinde oder Blätter. Dies ist ein natürlicher Trieb. Deswegen fressen die Pferde im Herbst die herabfallenden Blätter so gerne und knabbern im Frühjahr besonders gern an Holz – seien es Zäune, Tore oder aber Bäume. Bäume und Sträucher sind außerdem tolle Vitamin- und Mineralstofflieferanten – wobei das Mineralfutter natürlich nicht einfach weggelassen werden kann, nur weil ein Pferd ein bisschen am Holz knabbert.

Wir haben für unsere Pferde Knabberäste aus Birke gewählt – einfach, weil wir diese verfügbar hatten. Birke gehört, wie auch Obstbäume und Weiden, zu den Laubbaumhölzern, die unbedenklich gegeben werden können.

Ein Vorteil von Knabberästen ist, dass Pferde ihre Zähne richtig abnutzen. In der Regel fressen Pferde sehr viel weiches Futter wie Heu, Heulage und Heucops. Hier sind Knabberäste eine sinnvolle Ergänzung. Außerdem stellen sie eine tolle Abwechslung dar und können daher prima in die Paddockgestaltung integriert werden.

Welche Knabberäste sind erlaubt?

Falls auch du deinen Pferden ein paar Knabberäste zur Verfügung stellen möchtest, findest du im folgenden eine Auflistung von erlaubten und giftigen Bäumen.

Erlaubte Bäume sind:

  • Birke (bei Nordfalben findest du viele Infos rund um die Birke)
  • Obstbäume (zum Beispiel Apfel, Birne, Pflaume)
  • Weide (hier gibt es rund 300 unterschiedliche Arten)
  • Haselnuss
  • Flieder
  • Erle
  • Pappel
  • Ulme

Auch Brombeeren bzw. die Blätter von Brombeerhecken werden von Pferden gerne gefressen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen: Darf mein Pferd Brombeeren fressen?

Weniger geeignet als Knabberäste sind:

  • Nadelbäume. Diese enthalten ätherische Öle und sollten maximal in Maßen gegeben werden. Deswegen gehört der Weihnachtsbaum nach dem Fest auch nicht zu den Pferden. Bei den Weihnachtsbäumen kommt außerdem hinzu, dass diese oft gespritzt und damit höchst giftig für die Tiere sind.

Giftig sind:

  • Ahorn (Feld-Ahorn, Eschen-Ahorn, Berg-Ahorn, Spitz-Ahorn). Ahorn ist verantwortlich für die atypische Weidemyopathie.
  • Akazie. Für Pferde ist die gesamte Pflanze giftig, ganz besonders aber die Rinde und die Früchte. Frisst ein Pferd Akazie, kann es zu Magen-Darm-Problemen und zur Störung des zentralen Nervensystems kommen. Auch Hufrehe ist möglich.
  • Buche. Obwohl die Buche hier bei uns in Deutschland sehr weit verbreitet sind, gehört die Buche auf keinen Fall als Knabberast auf den Paddock, da sie für unsere Pferde hochgiftig ist. Schon 300 g können für die Tiere tödlich sein.
  • Buchsbaum. 750 g Blätter des immergrünen Buchsbaums sind für Pferde tödlich. Das Gift wirkt auf den Magen-Darm-Trakt und das Zentrale Nervensystem. Das Pferd stirbt durch Herz- und Atemstillstand.
  • Efeu. Sollten die Knabberäste mit Efeu bewachsen sein, unbedingt das Efeu entfernen, besser wäre es aber, andere Äste zu besorgen. Efeu sorgt für Reizungen der Schleimhaut und Durchfall. Auch Koliken und Gefäßerkrankungen sind möglich.
  • Eibe. Schon 100 bis 200 g Eibennadeln können tödlich sein. Eibe führt zu Atemlähmung und Herzstillstand.
  • Eiche. Rinde, Eicheln und Laub sind giftig, bei der Rinde liegt die tödliche Menge bei 300 g
  • Lebensbaum (Thuja). Auch wenn Thuja nicht tödlich ist, so ist der Lebensbaum dennoch giftig für Pferde und führt unter anderem zu Leberproblemen.
  • Robinie (falsche Akazie). Robinie kann zu Magen-Darm-Entzündungen und Hufrehe kommen. Außerdem kann Robinie tödlich für die Pferde sein.
  • Roßkastanie. Bei starker Vergiftung kann Kastanie für Pferde tödlich sein. Fressen Pferde Roßkastanien bekommen sie Magen- und Darmkrämpfe und Durchfall. Auch Muskelzuckungen und Benommenheit sind möglich.
  • Walnuss. Das Holz der Walnuss ist giftig für Pferde und kann sogar tödliche Vergiftungen hervorrufen. Die Blätter hingegen sind unbedenklich. Sie unterstützen das Verdauungssystem und sind entzündungshemmend und blutreinigend. Mehr über Walnussblätter in der Pferdefütterung kannst du bei Tash Horseexperience nachlesen.

Die Listen sollen nur ein paar Ideen liefern und sind bei weitem nicht vollständig. Wenn du Holz übrig hast und unsicher bist, ob du es füttern darfst oder nicht, informiere dich unbedingt. Außerdem ist es wichtig ist darauf zu achten, dass die Knabberäste, die deine Pferde bekommen sollen, nicht gespritzt sind. Falls dich in dem Zusammenhang auch die Fütterung von Laub interessiert, solltest du mal bei Pferdekult vorbeischauen.

Wenn du dich grundsätzlich informieren möchtest, welche Pflanzen giftig für dein Pferd sind, dann empfehle ich dir dieses Buch: Uwe Lochstampfer: Giftpflanzen für Pferde: Was Pferde nicht fressen dürfen*.

Bietest auch du deinen Pferden Knabberäste an? Welches Holz nutzt du dafür?

Viele Grüße

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2 thoughts on “Knabberäste für Pferde: Welche Bäume und Sträucher sind erlaubt?”

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